Wie kläre ich richtig meine Kinder auf?

Peinlich & unangenehm – das Sexualaufklärungsgespräch
VON LAURA STRECK

Wann ist der richtige Zeitpunkt für sexuelle Aufklärung der Kinder?

Sexualaufklärung fängt nicht erst mit Anfang der Pubertät an. Schon ganz früh haben Kinder körperliche Erfahrungen und spielen auch schon an ihren Genitalien. Hier ist die Unterstützung der Eltern und eine altersgerecht offene Kommunikation sehr wichtig, da das Kind nicht mit Fragen allein gelassen werden soll.

Wir sind im Grunde aber auch für eine altersgerechte institutionelle Aufklärung, vor allem um zu vermeiden, dass Missbrauchsfälle unentdeckt bleiben.

Lange Rede kurzer Sinn, es geht um das erste Sexualaufklärungsgespräch mit den Eltern. Ob frühe Gespräche über den eigenen Körper und das Verlangen den Intimbereich anzufassen oder ein Gespräch über Verhütung und Menstruation zum Beginn der Pubertät. 

Wieso erscheint das Aufklärungsgespräch so peinlich?

Eltern kommen auf ihre Kinder mit dem Thema Aufklärung über Verhütung etc. zu - das löst für viele direkt ein Gefühl der Peinlichkeit aus. Ob seitens der Eltern oder des Kindes. Aber wieso ist das Reden mit Eltern über Sexualität so peinlich? Auch wenn es okay ist mit Freund:innen darüber zu reden? Scham haben wir schon thematisiert. In der Wissenschaft wird zwischen Peinlichkeit und Scham differenziert. Peinlichkeit ist ein Resultat aus einem Fehltritt im gesellschaftlichen Umgang, während bei Scham eher die Ansprüche an sich selbst und die Realität nicht deckungsgleich sind. Viele von uns haben gelernt, dass der offene Dialog über Sexualität in der Familie kein normaler Umgang ist.

Wie kommen Eltern ins Gespräch mit ihren Kindern?

Um trotzdem den Weg in ein offenes Gespräch zu finden, ist es sehr wichtig für Eltern keine Grenze zu überschreiten und Hilfsbereitschaft statt Kontrollverlangen und Vorschriften zu kommunizieren. 

Eltern sollten sich selbst als eine wertvolle Informationsquelle betrachten. Sie haben doch schon um einiges mehr an Lebenserfahrung und hatten auch eine Jugend mit ersten sexuellen Erfahrungen. Und sie haben die wilden 80 mitbekommen! Wenn mal den Aspekt vergisst, dass es die peinlichen Eltern sind haben sie bestimmt interessante Geschichten zu erzählen. Zudem kann (!) die Familie ein safe space sein, um gerade peinliche Gedanken auszusprechen die einen in jungen Jahren beschäftigen. Eine Familie, die einen safe-space darstellt ist aber nicht selbstverständlich und es gibt auch andere Quellen, wie Freunde/ Aufklärungsstellen (loveline, liebesleben), von denen man Informationen bekommt und die ein offenes Ohr für Fragen haben. 

Wenn wir Unsicherheiten in Sexualbildung verringern und Enttabuisieren geht der Aufklärungstalk peinlichkeits-frei und locker vonstatten. That's our Mission! 

LET THE PERIOD BEGIN!

Quellen: https://www.wissenschaft.de/gesellschaft-psychologie/scham-los/